Sachsen verabschiedet Aktionsplan zur Stärkung des Handwerks

Der Sächsische Landtag hat den „Aktionsplan für ein starkes sächsisches Handwerk” verabschiedet. Das Dokument umfasst ein Maßnahmenpaket, dessen Ziel es ist, die Position des Handwerks zu stärken, die Rahmenbedingungen der beruflichen Bildung zu verbessern, die Bildungsinfrastruktur weiterzuentwickeln und administrative Hürden für Unternehmen abzubauen.

Das Handwerk spielt eine zentrale Rolle in der sächsischen Wirtschaft. Nach Angaben des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz umfasst dieser Sektor mehr als 54.000 Unternehmen und rund 280.000 Beschäftigte. Die Landesregierung betont, dass eine erfolgreiche Energiewende, die Entwicklung des Wohnungsbaus, die Digitalisierung sowie die Modernisierung der Infrastruktur ohne ein starkes Handwerk kaum möglich sind.

Das verabschiedete Dokument sieht 16 Maßnahmen vor, die unter anderem die berufliche Orientierung, die duale Ausbildung, Meisterqualifikationen, die Ausbildungsinfrastruktur, die Gewinnung von Fachkräften sowie den Bürokratieabbau betreffen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Stärkung überbetrieblicher Berufsbildungszentren. Investitionen in moderne Ausbildungsinfrastrukturen sollen es ermöglichen, junge Menschen auf die Arbeit mit neuen Technologien, Materialien, digitalen Lösungen und energieeffizienten Verfahren vorzubereiten.

Eine weitere bedeutende Maßnahme ist die Erhöhung des sogenannten Meisterbonus, also einer Prämie für Personen, die eine Meisterqualifikation erwerben. Sachsen hat den Bonus von 2.000 auf 3.000 Euro erhöht und unterstreicht damit die Bedeutung von Meisterinnen und Meistern für die wirtschaftliche Entwicklung, die Unternehmensnachfolge sowie die Ausbildung der nächsten Generation von Fachkräften. Dies ist besonders vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Sicherung der Kontinuität von Handwerksbetrieben wichtig.

Der Plan sieht zudem den Ausbau der praxisnahen beruflichen Orientierung vor. Zu den vorgeschlagenen Lösungen gehören unter anderem Workshops, Praxistage, Potenzialanalysen für Schülerinnen und Schüler sowie eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen. Ziel ist es, Jugendliche frühzeitig und bewusster mit den Möglichkeiten vertraut zu machen, die berufliche Bildung und eine Tätigkeit im Handwerk bieten.

Die sächsischen Behörden weisen außerdem auf die Notwendigkeit hin, Bürokratie abzubauen. Vorgesehen sind Maßnahmen im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Verwaltung, der Verringerung von Berichtspflichten sowie der Umsetzung des „Once-only“-Prinzips, nach dem Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger Daten nur einmal an die Verwaltung übermitteln sollen.

Die Verabschiedung des sächsischen Aktionsplans ist ein wichtiges Signal für den gesamten Raum der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Sie zeigt, dass die Stärkung des Handwerks gleichzeitig Investitionen in die berufliche Bildung, in die Ausbildungsinfrastruktur, in Meisterqualifikationen sowie in dauerhafte Partnerschaften zwischen Schulen, Kammern, Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung erfordert.

Die sächsischen Maßnahmen sind besonders relevant im Kontext des Projekts „Lernen und Arbeiten im Handwerk – Entwicklung der dualen Ausbildung im Fördergebiet des Programms INTERREG Polen–Sachsen”, das vom Narodowe Forum Doradztwa Kariery in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Dresden umgesetzt wird. Das Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung und Umsetzung einer interregionalen Strategie zur Förderung der dualen Ausbildung im Handwerk sowie auf die Einrichtung eines polnisch-deutschen Bildungsportals für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Schulen und Handwerksbetriebe.

Besonders wichtig sind dabei jene Elemente des sächsischen Plans, die die praxisnahe Berufsorientierung, die Unterstützung ausbildender Unternehmen, die Förderung von Handwerksberufen sowie die Stärkung des Ansehens der beruflichen Bildung als gleichwertige Alternative zur akademischen Bildung betreffen. Diese Ziele stimmen mit den Zielsetzungen des Projekts überein, dessen Anliegen es ist, die Attraktivität des Erlernens von Handwerksberufen zu erhöhen und die Ausbildung besser an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes auf beiden Seiten der Grenze anzupassen.

Im Rahmen des Projekts entsteht ein Bildungsportal zur dualen Ausbildung im Handwerk. Es wird unter anderem eine Datenbank mit Ausbildungsangeboten, Profile von Handwerksbetrieben, Bildungsressourcen, Informationen zu Handwerksberufen sowie Materialien für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Unternehmen enthalten. Auf diese Weise können die in Sachsen ergriffenen Maßnahmen um eine grenzüberschreitende Dimension ergänzt werden, die die Präsentation guter Praktiken sowie den Aufbau eines gemeinsamen Informationsraums für berufliche Bildung und Handwerk in der polnisch-sächsischen Region unterstützt.

Der sächsische Plan zeigt, dass die Zukunft des Handwerks nicht ausschließlich eine wirtschaftliche Frage ist. Sie ist zugleich eine bildungspolitische, soziale und demografische Herausforderung. Deshalb sind Initiativen so wichtig, die Schulen, Handwerkskammern, Unternehmen, Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Arbeitsmarktinstitutionen miteinander verbinden. Das Projekt „Lernen und Arbeiten im Handwerk” knüpft an diese Richtung an, indem es die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärkt und die duale Ausbildung als praxisnahe und wertvolle berufliche Entwicklungsperspektive für junge Menschen fördert.

Quelle: Erarbeitet auf Grundlage von Informationen des Deutschen Handwerksblatts im Artikel „Landtag in Sachsen verabschiedet Aktionsplan Handwerk” sowie von Mitteilungen des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz zum Aktionsplan für ein starkes sächsisches Handwerk und zur Erhöhung des Meisterbonus.

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